Rückenschmerzen – Was kann man tun?

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Rückenschmerzen – Was kann man tun?

Rückenschmerzen – Was kann man tun?

Verfasser Meopin - 19 April 2017
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Am Sonntagabend ging Peter zufrieden zu Bett. Er hat das vergangene Wochenende intensiv genutzt um den berühmten Frühjahrsputz durchzuführen und ein paar Arbeiten rund ums Haus zu erledigen. Außerdem hat er vom guten Wetter profitiert um sein Rad, was sich über den Winter mit Staub eingekleidet hat, wieder auszugraben und eine Runde zu drehen.

Als Peter am Montag aufwacht spürt er ein unangenehmes Gefühl im Bereich seiner Lendenwirbel und als er aufstehen will bemerkt er, dass seine Bewegung eingeschränkt ist. Er geht ins Bad betrachtet sich im Spiegel und sieht, dass er sich gekrümmt hält und nicht wie sonst, aufrecht steht. In diesem Moment wird ihm klar, dass er Probleme im unteren Rücken hat. Für Ihn sind die Beschwerden unerklärlich, er hatte sich gestern doch noch so fit und munter gespürt. Peter entschließt sich einen Arzt aufzusuchen, um nachzufragen wo die Rückenschmerzen herkommen und was er dagegen tun kann.

Kurze Zeit später sitzt Peter mit Dr. Schubert, einem Orthopäden, in seiner Praxis um genaueres über seine Rückenschmerzen zu erfahren. Dr. Schubert möchte wissen, wie Peters Alltag abläuft um die Ursache der Rückenschmerzen zu ermitteln.

Peter ist Angestellter in einer Bank. Die meiste Zeit sitzt er bis zu 9 Stunden am Tag vor seinem PC und merkt an, dass er häufig während der Arbeit gestresst ist und unter Druck steht. Nach der Arbeit geht er gewöhnlich nach Hause und möchte sich ausruhen und seine Freizeit mit seiner Familie genießen. Um nach diesen langen Tagen sich noch ins Fitnessstudio zu schleppen oder Sport zu treiben, ist Peter meistens zu müde und dazu fehlt ihm die Motivation.

Nach dieser kleinen Beschreibung von seines Alltags, erklärt Dr. Schubert seinem Gegenüber erst mal ganz allgemein was Rückenschmerzen sind und wie sie verursacht werden.

Rückenbeschwerden können ganz vielseitige Ursachen haben. Fehlbelastungen der Wirbelsäule, seelische Konflikte oder beruflicher Stress und Bewegungsmangel können Rückenschmerzen verursachen um nur ein paar zu nennen.

Allerdings gibt es viele verschiedene Arten von Rückenschmerzen:

  • Akute Rückenschmerzen treten nach mindestens 6 schmerzfreien Monaten auf und halten höchstens 6 Wochen an.
  • Subakute Rückenschmerzen plagen die Betroffenen mehr als 6 aber weniger als 12 Wochen.
  • Schmerzen die länger als 12 Wochen anhalten werden als chronischen Rückenschmerzen angesehen.

Wenn der Schmerz im unteren Rücken liegt, ist meistens das Kreuz betroffen und man spricht von lumbalen Rückenschmerzen. Lumbal bezeichnet die Region der Lendenwirbelsäule, die Partie die am stärksten belastet ist. Hier kommt es häufig zu Muskelverspannungen oder Bandscheibenvorfällen. Hinzu kommt, dass im Beckenbereich sich spezielle entzündliche Veränderungen bemerkbar machen können und der Rücken dadurch zusätlich belastet wird.

Im oberen Rücken oder Nacken, im Bereich der Hals- und oberen Brustwirbelsäule, kommt es häufig zu Muskelverspannungen und –verhärtungen die durch eine ungünstige Körperhaltung beim Arbeiten verursacht werden. Die Schmerzen strahlen oftmals in den Hinterkopf, in die Schultern oder Arme aus. Sie verursachen teilweise starke Kopfschmerzen und schränken die Bewegung ein.

Im mittleren Rücken, auf Höhe der Brustwirbelsäule, werden die Beschwerden meistens durch Veränderungen der Rippen-Wirbel-Gelenke und Skelettverformungen ausgelöst.

Desweiteren, kann man die Rückenschmerzen auch noch anders unterteilen. Man spricht auch von spezifischen und unspezifischen Rückenschmerzen. Die Einteilung ist nicht immer glücklich allerdings hilft sie die zahlreichen Beschwerden zu ordnen.

Am häufigsten kommen die unspezifischen Rückenschmerzen vor. Hierbei handelt es sich um muskuläre Verspannungen, verkürzte oder überdehnte Muskeln oder verhärtete Faszien. In diesem Fall sind keine nachweisbaren Schäden am Rückgrat nachweisbar, sowie es bei den spezifischen Rückenschmerzen der Fall ist.

Das Hauptproblem bei chronischen unspezifischen Rückenschmerzen. Muskeln, Faszien, Sehnen, Bänder sind in 80% der Fälle die Ursache für akute und chronische Rückenprobleme. Diese entstehen häufig durch Überbelastung bei schwerer körperlicher Arbeit oder infolge von zu einseitigen Bewegungsabläufen. Darüber hinaus kann auch Bewegungsmangel die Ursache sein, da so verschiedene Muskelgruppen unterbelastet sind. Unterbelastete Muskeln entwickeln sich zurück, nach dem Motto – Was nicht gebraucht wird, braucht man nicht – und es kommt zu Muskeldysbalance die wieder ausgeglichen werden müssen. Außerdem ist extremes Übergewicht, Rauchen und erhöhter Alkoholkonsum nicht förderlich für einen gesunden Rücken.

Ergonomische Probleme, wie z.B., ungünstige Einstellungen der Geräte auf der Arbeit oder beim Sport, oder psychosoziale Probleme, wie private oder berufliche Konflikte, Stress, Unzufriedenheit können sich negativ auf den Rücken auswirken.

Für spezifische Beschwerden sind Rückenleiden selbst oder andere Erkrankungen verantwortlich. Der Verschleiß der Wirbelsäule und Bandscheiben sind die häufigste Ursache für spezifische Rückenschmerzen. Bandscheibenvorfälle die auf einen naheliegenden Nerv drücken, gehören nicht zu den häufigsten Ursachen für spezifische Rückenschmerzen, wie oft vermutet wird. Es sind vielmehr Beschwerden am Bewegungsapparat, wie Osteoporose, chronische-entzündliche Krankheiten wie die Spondylolisthese, rheumatische Krankheitsbilder, Skoliose oder Stoffwechselbedingte Knochenerkrankungen, um einige zu nennen, die spezifische Rückenprobleme auslösen. Um spezifische Rückenschmerzen zu diagnostizieren empfiehlt es sich, wenn unspezifische Rückenschmerzen nach 4 bis 6 Wochen nicht abgeklungen sind, nähere Untersuchugen durchzuführen.

Die Diagnose sollte in allen Fällen von spezialisiertem Fachpersonal durchgeführt werden. Orthopäden, Rheumatologen oder Neurologen sind für weiterführende Untersuchungen aufzusuchen und können auch Behandlungen beim Physiotherapeuten, Chiropraktiker oder Osteopathen empfehlen.

Nachdem Dr. Schubert, nun eine ausführliche allgemeine Erklärung über Rückenschmerzen gegeben hat, möchte Peter wissen, wo seine Rückenschmerzen einzuordnen sind.

Dr. Schubert erklärt ihm, dass seine Rückenschmerzen höchstwahrscheinlich, wie es bei den meisten Menschen ist, in die Rubrik der unspezifischen akuten Rückenschmerzen einzuordnen sind. Aufgrund der wenigen Bewegung und der möglichen Falscheinstellung der Geräte auf Peters Arbeit, ist seine Rückenmuskulatur nicht ausreichend ausgeprägt. Dazu kommt, dass er am Wochenende körperlich schwer gearbeitet hat, und nach langer Zeit wieder mit seinem Fahrrad gefahren ist, an dessen Position und die damit verbundene körperliche Haltung er nicht mehr gewohnt war.

Peter ist erstmal beruhigt, denn er hatte Angst, dass seine Rückenschmerzen chronisch sein könnte und sich die Beschwerden in spezifische Rückenprobleme verwandeln könnten. Um dies vorzubeugen, will er nun von dem Orthopäden wissen was er dagegen unternehmen kann.

Dr. Schubert, schlägt vor, dass Peter seine Muskulatur durch ein gezieltes Training stärkt und somit die Dysbalancen ausgleichen kann. Außerdem, empfiehlt er, dass Peter seinen Arbeitsplatz ergonom einrichtet und sich öfters gezielt am Tag bewegt und wieder anfängt Sport zu treiben. Sehr wichtig ist auch, die Muskulatur regelmäßig zu dehnen, um den Rücken zu entlasten.

Zusätzlich, schlägt Dr. Schubert vor, dass Peter sich einer Therapie unterzieht. Hier gibt es viele verschiedene Ansätze. Massagen, Wärmetherapie und Entspannungsverfahren werden angewendet um verhärtete oder verspannte Muskeln wieder locker zu bekommen. Bei einer Physiotherapie (Bewegungstherapie), unter Anleitung eines Physiotherapeuten, kann mit Hilfe von gezielten Übungen, die Muskelkraft und –koordination, Ausdauer und die Beweglichkeit geschult und verbessert werden. Manuelle Therapie oder Chirotherapie kann man gut mit der Bewegungstherapie kombinieren. Darüber hinaus ist es wichtig seine Körperhaltung analysieren zu lassen und gegebenfalls Haltungskorrekturen durchzuführen.

Neben den gerade aufgeführten körperlichen Therapien kann man auch noch Schmerzmittel oder entzündungshemmende Medikamente einnehmen, um Entzündungen vorzubeugen. Allerdings behebt dies nicht die Ursache des Problems sondern bekämpft nur die Symptome. Meistens haben diese Medikamente noch Nebenwirkungen, die möglicherweise andere Beschwerden auslösen. Dr. Schubert rät, in diesem Fall, Peter von einer medikamentösen Behandlung ab.

Der Spezialist spricht noch ein anderes metaphysisches Thema an und macht Peter darauf aufmerksam, dass auch sein seelischer und psychischer Zustand einen Einfluss auf seine Beschwerden haben kann, und rät ihm, Stress und Konflikte zu vermeiden oder bestehende Konflikte zu klären.

Nach dieser bereichernden Sprechstunde verlässt Peter die Praxis von Dr. Schubert motiviert und mit einer Überweisung zu einem kompetenten Physiotherapeuten, der ihm in einer ersten Phase eine Wärmetherapie durchführt und durch Massagen die verspannte Muskulatur lockert. In einer zweiten Phase soll der Physiotherapeut ihm helfen, seinen Rücken zu stärken, damit er wieder sorglos in seinem Garten arbeiten und fahrradfahren kann. Peter ist fest entschlossen sich in Zukunft mehr um seinen Rücken zu kümmern und den Rat von Dr. Schubert zu befolgen.

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