Lipödem – eine noch unbekannte Krankheit, viele beteiligte Akteure

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Lipödem – eine noch unbekannte Krankheit, viele beteiligte Akteure

Lipödem – eine noch unbekannte Krankheit, viele beteiligte Akteure

Verfasser Meopin - 29 März 2017
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Lipödem – oder Lipohypertrophia dolorosa – ist eine schmerzhafte Fettverteilungsstörung, an der laut Studien ca. 10 Prozent aller Frauen leiden. Männer sind in der Regel nicht betroffen.

Beim Lipödem sind die Fettzellen im Unterhautfettgewebe krankhaft vermehrt und vergrößert. Dies führt zu einer Behinderung des Lymphabflusses. Es tritt verstärkt Flüssigkeit in die Zellzwischenräume wodurch sich Wasseransammlungen, sogenannte Ödeme bilden. Die Folgen sind starke Schmerzen, die Neigung zu Hämatomen nach geringen Traumen und eine ausgeprägte Berührungsempfindlichkeit. Schwere Beine, unerklärliche Umfangsvermehrungen an den Extremitäten und knotiges Gewebe sind weitere Symptome eines Lipödems. Die Haut wir zunehmend unebener und auffällige Dellen bilden sich.
Im fortgeschrittenen Stadium oder bei falscher bzw. ohne Therapie kann sich zusätzlich ein so genanntes Lymphödem bilden.

Auslöser und Ursache

Leider ist der Auslöser für die Entstehung dieser Erkrankung aktuell noch nicht geklärt; als vermutliche Ursache nennt die Forschung hormonelle und genetisch bedingte Komponenten; Lipödem tritt oft über Generationen hinweg bei mehreren Frauen innerhalb einer Familie auf und verschlimmert sich bei hormonellenSchwankungen (Pubertät, Schwangerschaft, Wechseljahre, hormonelle Verhütung). Trotz der Häufigkeit des Auftretens ist diese chronische und fortschreitende Erkrankung noch relativ unbekannt. Die meisten betroffenen Frauen wissen über viele Jahre hinweg gar nicht, dass sie betroffen sind.

Die Diagnose

Die Diagnose sollte durch einen lymphologisch kompetenten Facharzt (Phlebologe, Angiologe, Venerologe oder Hautarzt mit jeweiliger Zusatzausbildung) gestellt oder zumindest durch einen solchen abgesichert werden. Die Diagnose erfolgt in der Regel durch Anamnese (Krankheitsgeschichte), Inspektion (Anschauen) und Palpation (Abtasten). Zusätzlich und zur Absicherung und Abgrenzung von anderen bzw. Sekundärerkrankungen sollte noch eine
Sonografie (Ultraschall) durchgeführt werden.

Patientinnen berichten, dass es sich heutzutage als schwierig erweist, einen Arzt zu finden der sich mit dem Krankheitsbild und dessen Therapie auskennt. Eine Diagnose kommt dadurch oft erst sehr spät, wenn viele Frauen schon in einem sehr weit fortgeschrittenen Stadium sind und einen langen Leidensweg hinter sich haben.

Die Therapie

Eine adäquate und frühzeitige Therapie ist aber gerade bei einer chronischen Erkrankung wichtig, um das Fortschreiten einzudämmen.

Ein Lipödem ist immer behandlungsbedürftig! Die konservative Therapie besteht zum einen aus manueller Lymphdrainage, die von einem lymphologisch ausgebildeten Physiotherapeuten ausgeführt werden sollte. Viele Patientinnen benötigen diese Anwendungen mehrmals pro Woche.

Die zweite Säule der so genannten komplexen physikalischen Entstauungstherapie ist das tägliche Tragen einer nach Maß angefertigten flachgestrickten Kompressionsversorgung.
Die Patientinnen müssen für die Anfertigung ihrer Strümpfe oder Strumpfhosen sorgfältig nach Anleitung des jeweiligen Herstellers in einem Sanitätshaus ausgemessen werden. Material, Platz, Zeit und das nötige Know-How sind hierbei von essentieller Wichtigkeit, damit die Versorgung nachher passgenau sitzt und ihren Zweck erfüllen kann: Schwellungen mindern und eine neuerliche Zunahme desÖdems verhindern.

Auch hier berichten Betroffene, dass es nicht einfach ist, kompetentes Fachpersonal ausfindig zu machen, da die bei Lipödem indizierte Flachstrickversorgung sich deutlich von der weit verbreiteten aber bei Lipödem kontraindizierten Rundstrick-Variante unterscheidet. Viele Sanitätshäuser haben noch zu wenig Erfahrung auf diesem Gebiet um Patientinnen adäquat beraten und betreuen zu können.

Da es sich bei Lipödem um eine chronische Erkrankung handelt, gibt es letztendlich keine garantierte kurative Therapiemöglichkeit. Eine lymphschonende Liposuktion mit einer speziell für Lipödem angepassten Operationstechnik kann das Leiden der betroffenen Frauen aber erheblich lindern und laut Studien (Schmeller, Baumgartner, Hüppe, 2015) sogar über viele Jahre hinweg einen heilungsähnlichen Zustand herbei führen. Es gibt europaweit nur wenige Chirurgen, die sich auf die Liposuktion bei Lipödem spezialisiert haben und über viele Jahre hinweg die Erfahrung gesammelt haben, Lipödem-Patientinnen erfolgreich zu behandeln und andere Ärzte auszubilden. Diese Ärzte zu finden gleicht manchmal der Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen.

Spätestens im Rahmen eines operativen Eingriffs kommt man um eine zusätzliche medikamentöse Therapie nicht mehr herum. Eine Antibiose wie auch schmerzstillende Medikamente und Thromboseprophylaxe sind häufig indiziert. Dann kommt die Apotheke ins Spiel. Einige betroffene Patientinnen können ihren Alltag aber auch völlig unabhängig von einer Operation seit vielen Jahren nur noch mit Hilfe von schmerzstillenden Arzneimitteln bewältigen.

Vertrauen

Am Beispiel der Lipödem-Erkrankung können Sie einfach erkennen, wie viele Gesundheitsberufe bei einer einzigenErkrankung involviert sein können. Sie können sich sicherlich vorstellen, wie wichtig es für einen chronisch kranken Patienten ist, zu all diesen Akteuren ein Vertrauensverhältnis aufzubauen, da diese ich oder sie in der Therapie der Krankheit über Jahre hinweg begleiten werden.

Beim Lipödem handelt es sich nicht einmal um eine rare Krankheit – wenn auch um eine noch relativ unbekannte – und dennoch erweist es sich für Betroffene nachgewiesenermaßen als schwierig, kompetente Fachärzte, Chirurgen,Physiotherapeuten und Sanitätshäuser/Apotheken zu finden.

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Veröffentlicht in Zusammenarbeit mit Lipödem Lëtzebuerg a.s.b.l.

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