Essstörungen: Was steckt dahinter?

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Essstörungen: Was steckt dahinter?

Essstörungen: Was steckt dahinter?

Verfasser Meopin - 29 Juni 2017
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Wir alle beschäftigen uns gezwungenermaßen tagtäglich mit dem Thema Essen. Wir müssen essen, um zu überleben. Wir brauchen Kohlenhydrate, Proteine, Fette, Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, essentielle Fett- und Aminosäuren, damit unser Körper seine Funktionen erfüllen kann und wir gesund und leistungsfähig bleiben.

Doch wir beschäftigen uns nicht den ganzen Tag mit Nahrungsmitteln, Kalorien und unserem Gewicht. Bei Menschen mit Essstörungen ist das ganz anders: der ganze Tag dreht sich um  Essen oder Nicht-Essen, Kalorienzählen, Abnehmen oder das Grämen über eine erneute Gewichtszunahme, Erbrechen oder andere kompensatorische Maßnahmen wie z.B. übertriebener Sport.

Menschen mit Essstörungen versuchen sich und ihren Körper wie auch die Probleme rund um ihr Essverhalten vor der Gesellschaft verstecken. Jeden Tag. Das bedarf jeder Menge Disziplin und Organisation, auch wenn das meiste unterbewusst passiert. Vielen Patienten und Patientinnen gelingt es darüber hinaus auch jeden Tag, sich selber davon zu überzeugen, dass ihr Essverhalten unbedenklich sei.

Die ständige gedankliche und emotionale Beschäftigung mit dem Thema Essen nimmt immer mehr Raum und Platz im Leben der Betroffenen ein, bis vom Menschen dahinter nichts mehr übrig bleibt – je nach Ausrichtung der Erkrankung sogar im wahrsten Sinne des Wortes.

Vorwiegend sind Frauen und Mädchen von Essstörungen betroffen, aber auch die Anzahl der erkrankten Männer und Jungen steigt jedes Jahr an. Schätzungen zufolge ist heute bei jedem dritten Mädchen das Essverhalten zumindest auffällig.

Ursachen von Essstörungen sind sehr vielseitig. Von einem falschen und negativen  Selbstbild über Unsicherheit, Traumata (in der Kindheit oder später), Depressionen und andere neurologische Störungen, übertriebener Perfektionismus, ungesunde Schönheitsideale und familiäre Suchtproblematik kann nahezu alles eine Essstörung begünstigen und auslösen.

Die Krankheitsbilder und ihre Symptomatik fallen ebenso ganz unterschiedlich aus:

  • Magersucht (anorexia nervosa) ist durch einen absichtlich und selbst herbeigeführten Gewichtsverlust gekennzeichnet. Durch Hungern und Kalorienzählen wird versucht, dem Körper möglichst wenig Nahrung zuzuführen, durch körperliche Aktivitäten soll der Energieverbrauch gesteigert werden. Die betroffene Person empfindet sich dabei als zu dick, auch noch mit extremem Untergewicht
  • Sport-Sucht (anorexia athletica): durch übermäßigen Sport und den damit verbundenen hohen Energieumsatz versuchen die Erkrankten Gewicht zu verlieren. Wird häufig als Begleitstörung von ähnlichen Krankheitsbildern beobachtet.
  • Ess-Brech-Sucht (bulimia nervosa): die Betroffenen sind meist normalgewichtig, haben aber große Angst vor der Gewichtszunahme und ergreifen deshalb ungesunde Gegenmaßnahmen wie Erbrechen, exzessiven Sport, Abführmittelgebrauch, Fasten oder Einläufe. Stressbedingt und durch Mangelzustände im Körper kommt es zu Ess-Attacken. Das Überessen und Erbrechen (oder andere Gegenmaßnahmen) werden häufig als entspannend empfunden.
  • Binge Eating Disorder: Essattacken treten sporadisch als suchtartige, emotional bedingte Heißhungerattacken auf, bei denen in kürzester Zeit ungewöhnlich große Mengen an Nahrungsmitteln aufgenommen werden. Die Betroffenen verlieren regelmäßig aber nicht ständig die Kontrolle über Ihre Nahrungsaufnahme.
  • Ess-Sucht: Esssüchtige essen zwanghaft und denken dauernd an Essen und an die Folgen für ihren Körper. Sie essen entweder zu viel oder sie versuchen, ihr Gewicht mit ungeeigneten Diäten zu kontrollieren, die meistens eine weitere Zunahme zur Folge haben. Ess-Sucht führt daher sehr oft zu Fettleibigkeit (Adipositas).
  • Eines haben aber alle Krankheitsbilder gemeinsam: Essstörungen haben allesamt seelische Ursachen, die sich körperlich äußern. Essstörungen sind demnach sehr ernst zu nehmende psychosomatische Erkrankungen, die unbehandelt zu folgenschweren gesundheitlichen und sogar lebensbedrohlichen Problemen führen können.

Auf Grund des Suchtcharakters können Betroffene nicht einfach damit aufhören, ihr krankes Essverhalten auszuleben, egal wie gerne sie es möchten.

Essstörungen sind allesamt therapiebedürftig: erst wenn die Ursache gefunden und therapiert wird, können Essgestörte lernen ihre Seele selbst zu heilen und ihre Essstörungen loszulassen.

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