Digitale Gesundheit – was es damit auf sich hat!

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Digitale Gesundheit – was es damit auf sich hat!

Digitale Gesundheit – was es damit auf sich hat!

Verfasser Meopin - 19 Juni 2017
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Seit der Erfindung des Mobiltelefons und der Digitaluhren hat sich die Technik enorm weiterentwickelt. Sie sind zu sogenannten „Smartwatches“ und „Smartphones“ geworden. Diese technologischen Anwendungen können weit mehr als die Zeit anzeigen, anrufen und SMS verschicken. Wir tragen tatsächlich kleine Hochleistungscomputer.

In naher Zukunft werden diese Geräte auch den Gesundheitssektor verändern. Heute gibt es über 100 000 Gesundheitsapps und tragbare Fitness und Aktivitätstrackinggeräte, welche mehr können als nur Schritte zu zählen. Diese Geräte und Apps helfen uns, Ziele zu erreichen, erinnern uns aktiv zu werden wenn wir längere Zeit ruhig waren, analysieren Schlafgewohnheiten, helfen uns, Gewicht zu verlieren und können sogar ein Muttermal mit der Smartphone-Kamera scannen.

Darüber hinaus fördern die sozialen Medien, die Menschen körperlich aktiv zu werden und beispielsweise ihr Traumgewicht zu erreichen. Menschen vergleichen ihre Tätigkeit mit anderen, was ihnen hilft, fokussiert zu bleiben und die Motivation zu bewahren. Durch das Veröffentlichen ihrer Trainingsdaten und Errungenschaften auf sozialen Netzwerken bekommen sie Anerkennung von Freunden und anderen Nutzern, was im Gegenzug die Nutzer anspornt, weiterhin aktiv zu bleiben. Wettbewerbsorientierte Apps motivieren die Menschen, ihre Ziele zu erreichen und sie mit Freunden oder anderen Nutzern zu teilen.

Die Anzahl und die Verschiedenheit von tragbaren Geräten steigt. Die sogenannten Bio-Sensing Technologien beinhalten Pulsbänder zur Messung der Herzfrequenz, digitale Hörgeräte, Blutdruckmesser und einnehmbare intelligente Pillen, die Aufnahmeverhalten und Körperreaktion der Medikamente überwachen. Zu den jüngsten Innovationen gehören die mit Sensoren imprägnierte Kleidung. Was ein Science-Fiction-Film zu sein scheint, wird langsam Wirklichkeit und wird die Gesundheitswirtschaft prägen.

Die zunehmende Nachfrage dieser Technologien wird auch durch den Fokus auf personalisierte und präzise Medizin vorangetrieben. Pharmazeutische Unternehmen nutzen diese Informationen für Forschungszwecke und um einen ganzheitlichen Service für Patienten anbieten zu können.

Es gibt auch eine Zunahme der Online-Patientengemeinschaften, um Erfahrungen mit Patienten und Gesundheitsdienstleistern auszutauschen, über Behandlungen, Gesamtpflege und Service, Professionalität mit Hilfe von Apps oder über Internet.

Die Patienten werden von diesen Technologien befähigt, Verantwortung für ihre gesundheitlichen Bedürfnisse und die Kontrolle darüber  zu übernehmen. Dies macht die Patienten unabhängiger von Gesundheitsdienstleistern, um Informationen über ihre Gesundheit zu erhalten. Diese Technologien unterstützen die Selbstverwaltung und Bildung der Patienten über Gesundheit und medizinische Pflege und verbessert Fernüberwachung sowie die Behandlung. Darüber hinaus tangieren die Technologien Bereiche die in unserer Gesellschaft tabu sind und in denen die Menschen anonym bleiben wollen, wie bei psychischen Gesundheitsproblemen. Zusätzlich unterstützen die technischen Entwicklungen den Aufbau von Online-Patientenportalen und -gemeinschaften. Bemerkenswert ist jedoch, dass das Machtgleichgewicht verschoben wird und die Beziehung zwischen Patienten und medizinischem Fachpersonal sich wandelt. Der Einsatz von Digitaltechnik zur Bildung und Instruktion ist ein wichtiger Treiber für das Engagement der Patienten.

Nicht nur die Patienten profitieren von der Entwicklung, sondern auch die Gesundheitsdienstleister. Technologien können die Effizienz steigern und helfen, zeitraubende organisatorische Herausforderungen zu bewältigen. Zum Beispiel, senken Terminerinnerungen per Textnachricht oder E-mail, Online-Terminplaner, Fernbehandlung per Telefon oder Video, die Anzahl der unnötigen Termine und die Kosten und halten mehr Termine für ernsthafte Probleme frei.

Mit hilfe der Daten die über die technischen Geräte generiert werden, können Gesundheitsdienstleister das Verhalten und Tendenzen für gesundheitliche Beschwerden statistisch analysieren und schon vor dem Eintreten verschiedener Krankheiten, präventiv bei Patienten Untersuchungen durchführen. Indem sie diese Informationen zu ihrem Vorteil nutzen, können sie die Gesundheitsdienste verbessern und Notdienste von unnötigen Besuchen entlasten.

Gesundheitsdienstleister könnten sich mit ihren Patienten virtuell verbinden  und kleine Tätigkeiten beschleunigen, wie die Erneuerung eines Rezepts oder ein Anruf über Blut- oder Urintestergebnisse, was Geld und Zeit spart.

Digitale Gesundheit (E-Health) umfasst Gesundheitsinformationstechnologien, tragbare Geräte, Telemedizin und personalisierte Medizin. Diese neuen Entwicklungen dienen der Reduzierung von Ineffizienzen sowohl für den Gesundheitsdienstleister als auch für die Patienten, verbessern den Zugang zur Gesundheitsversorgung für Menschen, die in ländlichen Gebieten leben, senken Kosten, erhöhen die Qualität der Pflege und die Behandlungen werden  individueller und genauer. Der Einsatz von Smartphones, sozialen Netzwerken und Internetanwendungen verändert nicht nur die Art und Weise, wie wir kommunizieren, sondern bietet auch innovative Möglichkeiten, unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden zu überwachen und Zugang zu bisher nicht erreichbaren Informationen zu erhalten. Diese Branche befindet sich noch in den Kinderschuhen und wird schnell wachsen. Die Zukunft wird zeigen, was die digitale Gesundheit noch zu bieten hat.

Obwohl der Schlüssel zu dieser Veränderung, in der Akzeptanz dieser neuen Technologien von beiden, Patienten und Profis liegt, scheinen die Patienten ein bisschen mehr angepasst zu sein, um digitale Hilfe für Gesundheitsprobleme zu verwenden. Die Gesundheitsdienstleister tun sich schwer, die Änderungen anzunehmen, weil sie Angst haben, dass es schwierig ist, diese neuen Technologien zu benutzen und ihre Macht gegenüber den Patienten zu verlieren. Die zunehmende Nutzung von Gesundheitstechnologien auf der Seite des Patienten und die Ermächtigung der Patienten, Verantwortung für ihre eigene Gesundheit zu übernehmen, wird die Gesundheitsdienstleister dazu anleiten, sich an die Veränderung anzupassen, die zu einer unvermeidlichen Wirklichkeit geworden ist.

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